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So kannst Du besser mit über Deine Körpersprache mit Deinem Pferd/Muli kommuniziern – 3 Übungen

Aktualisiert: 21. Juli 2023


In diesem Blog-Beitrag möchte ich über einen wichtigen Schlüssel der Kommunikation sprechen. Und gleichzeitig einen Punkt der immer wieder zu Konfusion und Missverständnis bei unserem vierbeinigem Gegenüber führt: unserer Körpersprache.


Wenn das Pferd/Muli scheinbar nicht gehorcht, sind wir oft widersprüchlich in der Hilfengebung. Und wenn wir am Boden mit ihm kommunizieren liegt das Problem fast immer bei unserer Körpersprache. Was wir dem Pferd/Muli eigentlich mitteilen möchten und was unsere Körpersprache ausdrückt – naja Übereinstimmung ist anders! Und diese mangelnde Übereinstimmung ist für das Pferd/Muli sehr verwirrend.


Aber warum haben wir hier ein Verständigungs-Problem?


Das Pferd/Muli kommuniziert fast ausschliesslich mit seinem Körper. Wenn Du eine Herde beobachtest, wirst Du schnell erkennen, dass Laute eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Im Sozialverhalten der Pferde/Mulis ist es also wichtig, die Signale des Gegenübers lesen zu können. Für sie haben Kleinigkeiten wie ein Blick, ein Schritt vorwärts, ein Schritt rückwärts oder die Körperspannung eine grosse Bedeutung. Ähnlich wie für uns eine klare verbale Aufforderung dies zu tun oder jenes zu lassen.


Wir Menschen hingegen haben unsere Lautsprache perfektioniert. Die Körpersprache ist dadurch in den Hintergrund getreten und wir brauchen sie kaum noch bewusst.


Für Pferde/Mulis muss unsere Körpersprache nicht selten wie ein irres Kauderwelsch wirken. Keine Chance da durchzublicken! Viele Pferde/Mulis haben sich auch angewöhnt unsere Körpersprache zu ignorieren, weil unverständlich! Sobald das Pferd/Muli realisiert, dass unsere Körpersprache klar und verständlich ist, wird es sie liebend gern beachten.

Wenn wir unsere Körpersprache bewusst einsetzen haben wir ein grossartiges Mittel der Kommunikation. Die sekundären Hilfen, wie Stimme, Gerte, Strick sind dann nicht mehr dazu da unsere krude Körpersprache zu übertönen und dem Pferd/Muli trotzdem klar zu machen, was es tun soll. Sondern sie unterstützen unsere Körpersprache und können somit viel feiner eingesetzt werden.

Unseren Körper wieder zur Kommunikation einzusetzen müssen wir üben und wir können unsere Körpersprache auch immer weiter verfeinern. Und das macht richtig Spass! Je länger ich mit Pferden/Mulis arbeite, desto mehr werde ich mir der Wirkung meiner Körpersprache bewusst.


Nun aber zum praktischen Teil. Mit diesen drei Übungen lernst Du klarer mit Deinem Pferd/Muli zu kommunizieren



1. Das Pferd/Muli folgt Deinen Füssen.

Du führst das Pferd mit Deinen Bewegungen. Und was sich immer bewegt wenn wir gehen sind unsere unsere Füsse. Das Pferd/Muli achtet auf diese Bewegungen. Das heisst: Wenn Du mit Deinem Pferd/Muli losgehen willst, setzt Du zuerst Deine Füsse in Bewegung. Du gehst los und erst dann folgen alle anderen Signale, falls das Pferd/Muli nicht reagiert. Bald wird es realisieren, dass Deine Bewegungen etwas zu bedeuten haben und wird ihnen folgen.


Diese Übung funktioniert nicht, wenn Du Dein Pferd/Muli am kurzen Strick führst. Denn Du musst weit genug von ihm weg sein, damit es Dich klar sehen kann.


Das gleiche gilt beim Anhalten. Halte bewusst an. Du setzt einen Fuss auf den Boden , dann den zweiten und stehst still.

Willst Du Dein Pferd/Muli longieren oder es um Dich zirkeln lassen gehe einen Kreisbogen. Du eierst nicht umher und folgst mehr oder weniger Deinem Pferd/Muli sondern gehst wie auf Schienen Deinen Kreis. Das Pferd/Muli wird sich Deinen Bewegung anpassen.


Dies sind drei von unzähligen Möglichkeiten, wie Du Dein Pferd/Muli Deinen Füssen folgen lassen kannst.


2. Stecke Deinen Raum ab

Pferde/Mulis haben einen Individual-Abstand genau wie wir Menschen. Und für Pferde/Mulis ist es von grosser Bedeutung wer in wessen Raum treten darf, wer nicht und wer weichen muss. So ist das soziale Geflecht in der Herde aufgebaut. Wir beachten diese Räume viel zu wenig. Dies sieht man schon daran, dass wir jedes Pferd/Muli das in unserer Reichweite ist, ungefragt streicheln. Aber das wäre ein eigenes Thema für einen Blog-Beitrag.


Wenn Pferde/Mulis scheinbar respektlos sind, stecken wir meist unseren Raum zu wenig ab. Du kannst ein Pferd/Muli in Deinen Raum lassen oder ihn auf Abstand halten, aber Du musst dies klar kommunizieren, um Verwirrung vorzubeugen.

Willst Du das Pferd nahe bei Dir haben ist Deine Körperspannung tief, Deine Arme sind näher am Körper, Du kannst dich auch etwas abwenden, um Dein Pferd/Muli aufzufordern näher zu kommen.

Soll Dein Pferd Abstand halten machst Du Dich gross, Du kannst auch die Arme etwas ausbreiten um Deinen Raum abzustecken. Deine Körperspannung ist erhöht.


Wenn Du zum Beispiel möchtest, dass das Pferd/Muli vor Dir weicht, Dein Körper ihm aber signalisiert, dass es zu Dir kommen soll ist dies widersprüchlich und funktioniert nur, wenn Du die sekundären Hilfen verstärkst.


Andererseits, wenn Du Dich forsch und eben raum-einnehmend einem Pferd/Muli nähert, wird es vermutlich weg weichen, auch wenn Du es eigentlich nur streicheln möchtest.


3. Deine Körperspannung/Energie ist ein deutliches Signal

Pferde/Mulis reagieren stark auf Körperspannung und Energie. Sind wir entspannt können sie sich auch entspannten. Mit erhöhter Körperspannung können wir sie auf Zack bringen. Auch im positiven Sinn: Ein Energiesparer wird kaum zu mehr Aktivität zu überreden sein, wenn wir selber wenig Energie aufbringen.


Versuche Deine Körperspannung und Energie zur Kommunikation einzusetzen. Wenn Du pausieren willst oder Dein Pferd/Muli nervös und hibbelig ist, fahre bewusst deine Energie herunter. Du lässt die Arme hängen, atmest tief ein und aus.


Willst Du dass Dein Pferd/Muli aktiv wird, werde selber aktiv. Dein Körperspannung ist erhöht (je nach dem wie aktiv Du Dein Pferd/Muli haben willst), Deine Schultern sind gestrafft, Dein Blick in die Bewegungsrichtung gerichtet. Deine Bewegungen sind dynamisch.


Du kannst mit dem Hochfahren und Herunterfahren deiner Energie sehr gut spielen. Probiere aus, wie Dein Pferd/Muli reagiert. Und wieviel Körperspannung und Energie in der jeweiligen Situation angebracht ist.


Diese Energie kann Dir übrigens auch im Sattel helfen. Übergänge in eine höhere Gangart funktionieren viel leichter, wenn Du als aller Erstes Deine Energie hoch fährst.


Ich hoffe diese drei Tipps helfen Dir Deine Körpersprache bewusster einzusetzen. Auch hier gilt üben, übern und nochmals üben. Du wirst bald merken, wie viel einfacher die Kommunikation mit Deinem Pferd/Muli wird, wenn ihr nicht aneinander vorbei redet.


Viel Spass und Erfolg mit Deinem Pferd oder Maultier!



Möchtest Du lernen, die Körpersprache Deines Pferdes/Mulis zu deuten? Dann lade Dir den Leitfaden Pferdesprache herunter,




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